Für eine lebendige Demokratie und eine vielfältige Kultur
Herausforderungen
Auch heute schliesst die Schweizer Demokratie noch zu viele ihrer Bewohnerinnen und Bewohner aus. Die Mitwirkung der Bevölkerung an der lokalen und kantonalen Politik muss gestärkt werden. Es braucht mehr Mitbestimmungsrechte für Jugendliche, ausländische Staatsangehörige und Menschen mit Behinderungen, sowie neue, ergänzende Formen der Demokratie, um der Politik neuen Schwung zu verleihen. Die Lebendigkeit der Zivilgesellschaft muss sich auch in der politischen Welt widerspiegeln. Gleichzeitig bedrohen Populismus und Rechtsextremismus die Grundlagen unserer Demokratie. Diese spaltenden Ideologien müssen entschieden bekämpft werden.
Gerade in diesem Kontext ist die Kultur eine starke Kraft, die Freiburg – als Schnittstelle zwischen Sprachen und Kulturen – nicht nur bewahren, sondern aktiv stärken muss. Kultur fördert das Zusammenleben, die Integration und neue Ausdrucksformen, Kritik und gesellschaftliche Reflexion.
Vision
Die GRÜNEN sind überzeugt: Mehr Mitbestimmung macht die Demokratie stärker und zukunftsfähiger! Die Beteiligung der Bevölkerung am Zusammenleben und an der lokalen Politik wird gestärkt – unter anderem durch die Unterstützung von Bürger*innen-Projekten, die generationenübergreifende, soziale und wirtschaftliche Zusammenarbeit ermöglichen. Lokale Initiativen werden im ganzen Kanton Freiburg gefördert, und die Zivilgesellschaft wird als wichtiger Partner für eine nachhaltige und partizipative Entwicklung anerkannt. Zentral sind auch die Stärkung der politischen Bildung in der Schule, die Unterstützung einer vielfältigen Medienlandschaft sowie die Sensibilisierung für antidemokratische Kräfte und Strategien.
Kultur ist essenziell für die Demokratie. Es gilt, die Förderinstrumente weiterzuentwickeln, um die Resilienz des Kulturbereichs zu stärken und ihn an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. Das Kulturerbe des Kantons Freiburg ist eine wertvolle Ressource für die nachhaltige regionale Entwicklung – es muss aktiv gefördert werden.
Umsetzungsvorschläge auf kantonaler Ebene
- Förderung des Dialogs und der Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft, Politik und Behörden.
- Initiativen für generationenübergreifendes Zusammenleben und gemeinsame Aktivitäten.
- Ausbau der politischen Rechte für Menschen ohne Schweizer Staatsbürgerschaft, insbesondere durch Einführung des Stimm- und Wahlrechts nach fünf Jahren Wohnsitz.
- Einführung des Stimmrechts für Jugendliche ab 16 Jahren.
- Stärkung der politischen Bildung und Staatskunde.
- Durchführung von Bürger*innen-Foren und Versammlungen zu kantonalen Themen.
- Unterstützung der Medienvielfalt, insbesondere unabhängiger Medien.
- Förderung des allgemeinen Zugangs zur Kultur.
- Unterstützung kultureller Aktivitäten und kultureller Vielfalt.
- Verbesserung der beruflichen Anerkennung und sozialen Absicherung von Kulturschaffenden.
- Förderung und Sensibilisierung für verschiedene Formen kulturellen Erbes.
Umsetzungsvorschläge auf Gemeindeebene
- Entwicklung und Unterstützung von Wohn-, Lebens- und Aktivitätsprojekten mit generationenübergreifendem Ansatz.
- Unterstützung von Wohnbaugenossenschaften.
- Stärkung von Quartierzentren und lokalen Projekten.
- Einrichtung eines Vereinsforums in den Gemeinden.
- Schaffung lokaler Zugangspunkte zur Verwaltung und zu öffentlichen Dienstleistungen, um alle Gebiete der Gemeinden besser abzudecken.
- Einführung von Generalräten in dafür geeigneten Gemeinden.
- Förderung von Initiativen wie „Communes en transition“ und lokaler Demokratie durch Bürger*innen-Versammlungen, Bürger*innen-Foren und/oder partizipative Budgets.
- Schaffung kommunaler Kommissionen für Umwelt und Zusammenleben.
- Förderung kultureller Veranstaltungen auf Gemeindeebene.
- Angebot offener Sport- und Freizeitaktivitäten für alle (z. B. „Open Sunday“).
- Ausbau von Infrastrukturen für Kulturschaffende und kulturelle Veranstaltungen.
- Stärkung kommunaler Förderpolitik für Kultur und Sportvereine.
- Ausbau des Zugangs zur Caritas-Kulturkarte oder zum Kultur-GA.
- Förderung der politischen Beteiligung junger Menschen.
- Stärkung der Partizipation von Personen mit einer C-Aufenthaltsbewilligung.
- Einführung von partizipative Budgets.