Für eine kohärente Raumplanung und eine nachhaltige Mobilität
Herausforderungen
Raumplanung und Mobilität stehen im Zentrum grosser Herausforderungen für das Klima, die Lebensqualität und den Erhalt der Landschaft. In der Schweiz verursacht der motorisierte Verkehr über 30 % der Treibhausgasemissionen – und diese sind seit 1990 nicht gesunken. Die Landschaft wird zunehmend künstlich verändert, was landwirtschaftliche Flächen und die Biodiversität gefährdet. Im Kanton Freiburg ist die Lage besonders besorgniserregend: Die Zahl der Pendlerinnen und Pendler ist mit fast 30’000 Personen sehr hoch, und über zwei Drittel der Arbeitswege werden mit dem Auto zurückgelegt. Die durchschnittlich täglich zurückgelegte Distanz liegt deutlich über dem nationalen Durchschnitt. Dieses Modell führt zu Staus, Umweltverschmutzung und Zersiedelung. Die Herausforderung besteht darin, die Raumplanung nüchtern und kohärent neu zu denken, die Ausdehnung der Städte zu bremsen und eine zugängliche, effiziente und umweltfreundliche Mobilität im gesamten Kantonsgebiet zu fördern.
Vision
Die GRÜNEN Freiburg vertreten eine ganzheitliche Vision von Mobilität und Raumplanung im Dienst des Klimas, der Menschen und der Lebensqualität. Raum darf nicht mehr grenzenlos verbraucht, sondern muss bewusst, kohärent und partizipativ genutzt und geschützt werden. Das bedeutet, Stadtplanung, Verkehrsmanagement und Arbeitsorganisation besser zu koordinieren und gleichzeitig die Nähe und den Zugang zu Dienstleistungen zu stärken. Die Verbesserungsmöglichkeiten sind zahlreich: Ausbau des öffentlichen Verkehrs, Förderung der sanften Mobilität, finanzielle und technische Anreize für nachhaltige Mobilitätslösungen, Unterstützung von Alternativen zum Individualverkehr. Die Entscheidungen müssen gemeinsam mit den Gemeinden und der Bevölkerung getroffen werden – für eine sichtbarere, lebendigere und gerechtere Bodenpolitik. Für die GRÜNEN müssen Raumplanung und Mobilität zu konkreten Hebeln für den ökologischen und sozialen Wandel im ganzen Kanton werden.
Umsetzungsvorschläge auf kantonaler Ebene
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Verstärkter Ausbau des öffentlichen Verkehrs für Agglomerationen und Randregionen mit guter ausserkantonaler Anbindung.
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Einführung eines kantonalen Programms für sanfte Mobilität (Begegnungszonen, Velowege und Fusswege).
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Ab 2030: Neuzulassungen ausschliesslich für Elektrofahrzeuge.
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Beschleunigte Umsetzung von Verkehrsberuhigungsprojekten auf Kantons-strassen in Ortschaften, mit flächendeckender Einführung von Tempo 30 und Begegnungszonen, wo sinnvoll.
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Änderung des kantonalen Raumplanungsgesetzes zur Demokratisierung (Einführung parlamentarischer Kompetenzen für die kommunale und kantonale Raumplanung).
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Nachhaltige, demokratische und sozial verträgliche Verdichtung der Bauzonen mit Einführung eines Grünflächen- und Bodenversickerungsindexes in den Nutzungsplänen.
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Verpflichtung für Unternehmen – auch für den Staat und seine Dienste – zur Erstellung eines Mobilitätsplans ab 50 Mitarbeitenden.
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Umsetzung von Massnahmen zur Bekämpfung von Hitzeinseln, insbesondere durch Begrünung des Siedlungsraums.
Umsetzungsvorschläge auf Gemeindeebene
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Einführung von Massnahmen zur geteilten Mobilität, insbesondere für Pendlerinnen und Pendler.
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Gemeinsame Nutzung der vorhandenen privaten Fahrzeugflotte.
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Einführung und Umsetzung eines kommunalen Veloplans und Fussgängerplans.
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Förderung des Velos für Schulwege, inklusive Lösungen wie „Cyclobus“.
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Verbesserung der Abstimmung zwischen Schulzeiten und Fahrplänen des öffentlichen Verkehrs.
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Förderung der Erweiterung von Agglomerationen zur Entwicklung regionaler Infrastrukturen für sanfte Mobilität.
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Subventionen und Förderung der gemeinsamen Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel (z. B. Cargo-Bikes).