Die biologische Vielfalt erhalten und fördern
Herausforderung
Die Biodiversität nimmt in der Schweiz noch schneller ab als im weltweiten Durchschnitt. Ein Drittel der Arten ist bedroht, und die Hälfte der natürlichen Lebensräume ist bereits verschwunden. Dieser massive Verlust an Leben, verursacht durch die Intensivierung menschlicher Aktivitäten, schwächt die Ökosysteme, von denen unsere Ernährung, unsere Gesundheit und unsere Fähigkeit zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels abhängen. Biodiversität ist kein Luxus, sondern eine Grundlage unseres Überlebens. Auch im Kanton Freiburg ist das Verschwinden zahlreicher Arten und die Zerstörung natürlicher Lebensräume Realität. Der Druck auf die Böden, die Wasserverschmutzung, das Verschwinden von Hecken, Feuchtgebieten und artenreichen Wiesen erfordert eine Antwort, die dem Ausmass der Herausforderung gerecht wird. Erste Grundlagen wurden mit der kantonalen Biodiversitätsstrategie gelegt. Nun gilt es, das Tempo zu erhöhen – mit konkreten, ambitionierten Massnahmen und ausreichenden finanziellen Mitteln.
Vision
Für die GRÜNEN Freiburg ist Biodiversität ein fundamentales Gemeingut und steht im Zentrum eines nachhaltigen Gesellschaftsprojekts. Unsere Vision ist ein Kanton, in dem die Natur wieder ihren Platz findet, die Ökosysteme reichhaltig, gesund und miteinander verbunden sind und menschliche Aktivitäten im Einklang mit dem Leben stehen. Die kohärente und ambitionierte Umsetzung sowie die Verstärkung der kantonalen Biodiversitätsstrategie bieten eine grosse Chance, diese Vision zu verwirklichen – denn die lokale Ebene ist entscheidend. Unsere Ziele sind klar: einheimische Arten erhalten und stärken, die Qualität und Vielfalt natürlicher Lebensräume verbessern, Zersiedelung begrenzen, eine Bodennutzung fördern, die mit allem Lebendigen vereinbar ist, und Biodiversität in alle öffentlichen politischen Abläufe integrieren. Es geht nicht nur darum, das Bestehende zu schützen, sondern auch darum, das Verlorene wiederherzustellen – für ein gesundes, widerstandsfähiges und sinnstiftendes Lebensumfeld für heutige und zukünftige Generationen sowie für alles Leben.
Umsetzungsvorschläge auf kantonaler Ebene
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Umsetzung einer starken Biodiversitätsstrategie mit konkreten Massnahmen für Arten, Lebensräume und genetische Vielfalt.
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Erhalt und Renaturierung von Feuchtgebieten zur Bewältigung des Klimawandels, gegebenenfalls durch Verstärkung der gesetzlichen Grundlagen.
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Einrichtung eines kantonalen Renaturierungsfonds für Gewässer, finanziert durch Wassergebühren und Nutzungsabgaben.
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Schutz von Quellen und Grundwasser, Reduktion von Pestiziden und „Ewigkeitschemikalien“ (z. B. PFAS) im Wasser.
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Forderung nach rechtlicher Anerkennung der wichtigsten Seen und Flüsse (Neuenburgersee, Murtensee, Schwarzsee, Greyerzersee, Saane, Glane, Broye usw.) als juristische Personen.
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Gesetzliche Anerkennung der ökologischen Infrastruktur.
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Ausweisung und Umsetzung von Prioritätszonen für Biodiversität auf 30 % der Kantonsfläche.
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Bekämpfung der Lichtverschmutzung und Einrichtung eines „Schwarzgeflechts“ (Trame Noire) zur Erhaltung der natürlichen Dunkelheit.
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Erhöhung der Subventionen für biodiversitätsfreundliche landwirtschaftliche Praktiken.
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MSystematische Überwachung des Zustands und der Entwicklung der Biodiversität im Kanton.
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Förderung eines natürlichen und klimaresilienten Waldsystems mit mindestens 10 % Waldreservatsfläche bis 2030.
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Förderung eines ressourcenschonenden und biodiversitätsfreundlichen Tourismus.
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Aufstockung des Personals für den Naturschutz.
Umsetzungsvorschläge auf Gemeindeebene
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Einführung des Labels „Grüne Stadt“ für nachhaltige Pflege öffentlicher Grünflächen.
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Schulung des Gemeindepersonals in ökologischer und nachhaltiger Pflege natürlicher Flächen.
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Einbindung der lokalen Bevölkerung in Informations- und Aktionstage.
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Koordinierte Bekämpfung invasiver Neophytenarten mit anderen Gemeinden.
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Entwicklung von Projekten zur Revitalisierung von Flüssen und Seeufern.
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Einrichtung von Lernbauernhöfen und pädagogischen Projekten zur Sensibilisierung für nachhaltige Landwirtschaft und Biodiversität.
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Förderung von Kompostierung, auch durch Quartierstrukturen.
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Schaffung von Spielplätzen zur Förderung der Biodiversität und Durchführung von Workshops in Schulen.
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Umstellung auf die Pflanzung lokaler, klimaresilienter Pflanzen im öffentlichen Raum.
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Erhöhung von vielfältig begrünten Flächen in bebauten Zonen (Fassaden, Dächer, Entsiegelung usw.).
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Subventionen für das Entfernen von Kirschlorbeer und Thuja sowie für die Pflanzung einheimischer Hecken auf Privatgrundstücken.
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Einführung eines kommunalen Lichtplans.
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Verbot von Pestiziden auf gemeindeeigenen Flächen.
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Gezielte Unterstützung für bedrohte Arten.