Herausforderungen

Die Förderung der Chancengleichheit ermöglicht es allen Menschen, Kompetenzen als engagierte, verantwortungsbewusste und solidarische Bürger*innen zu entwickeln. Es ist notwendig, heute in Bildung und Ausbildung zu investieren und das qualitativ hochwertige Schul- und Berufsbildungssystem des Kantons Freiburg zu sichern und weiter zu stärken. Die Schule und ihre Aufgaben müssen sich laufend an gesellschaftliche Entwicklungen anpassen. Sowohl die akademische als auch die berufliche Bildung muss über die gesamte Lebensspanne hinweg Möglichkeiten zur Umschulung, zur Anerkennung von Kompetenzen und zur Weiterentwicklung von Fähigkeiten und Wissen bieten. Die Integration digitaler Bildung und Technologien stellt eine bedeutende Herausforderung für die Schulen dar. Forschung und Innovation sollen nicht nur technische, sondern auch sozial gerechte und nachhaltige Antworten auf Umweltkrisen liefern. Die Förderung von Kreativität und freier Zusammenarbeit soll ein Motor für den Kanton Freiburg sein. Die Studiengebühren an Universitäten und Hochschulen müssen bezahlbar bleiben, um den Zugang zur höheren Bildung nicht zu behindern und Studierende nicht zu prekarisieren.

Vision

Der Kanton Freiburg verfügt über ein ganzheitliches, vielfältiges und integratives Bildungssystem. Priorität hat die Finanzierung von Rahmenbedingungen, die es ermöglichen, die Kompetenzen des Lehrplans 21 und des Plan d’études romand (PER) zu erreichen und gleichzeitig die soziale und kulturelle Integration zu fördern – ohne zusätzlichen Druck auf Lehrpersonen, Lernende und Eltern. Die Schulen stellen die Lernenden ins Zentrum des Bildungsprozesses und bieten ihnen eine Ausbildung, die ihren Fähigkeiten entspricht. Der Kanton unterstützt Beschäftigungs-, Ausbildungs- und Austauschprogramme für alle Jugendlichen sowie für Menschen, die vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind. Klimafragen und Nachhaltigkeit sowie die Suche nach kollaborativen Lösungen sind in die schulischen und akademischen Lehrpläne integriert. Der Staat sorgt für Bildung im digitalen Bereich und schützt Kinder auch vor unüberlegter und unkontrollierter Nutzung digitaler Mittel in der Bildung.

Berufliche Umschulung in Richtung neuer Tätigkeiten und Berufe der Kreislaufwirtschaft wird durch verschiedene Massnahmen gefördert. Die kulturelle Teilhabe aller wird durch Anreize sowohl für die Öffentlichkeit als auch für Kunstschaffende gestärkt. Das kreative Potenzial der Kunst sowie des kulturellen und sportlichen Erbes wird im ganzen Kanton sichtbar gemacht und weiterentwickelt. Freiburg ist ein Universitätskanton und strebt die nationale und internationale Anerkennung seiner Universität an. Dafür stellt er die nötigen finanziellen Mittel bereit, schützt die akademische Freiheit und erlaubt private Finanzierungen nur in einem streng geregelten Rahmen.

Umsetzungsvorschläge auf kantonaler Ebene

  • Ausarbeitung eines kantonalen Konzepts für Unterstützungs-, Förder- und Begleitangebote für Kinder im Vorschulalter, inklusive Bereitstellung finanzieller Mittel und praktischer Umsetzungshilfen.
  • Bereitstellen von mehr Mitteln zur Verwirklichung einer inklusiven Schule.
  • Ausbau des Programms SAF (Sport-Kunst-Ausbildung): Zugang zu Förderung für talentierte Jugendliche aus allen Bildungswegen (Sekundarstufe, Berufslehre).
  • Einführung eines obligatorischen frühkindlichen Unterrichts in einer der Amtssprachen für fremdsprachige Kinder.
  • Förderung und Anerkennung sozialer und personaler Kompetenzen (Soft Skills), auch in den Bereichen Demokratie und Digitalisierung.
  • Allgemeine Förderung von sprachlichen und kulturellen Austauschprogrammen für Schüler*innen und Lehrpersonen.
  • Förderung von Programmen zur Integration von Kindern und Jugendlichen mit Asylhintergrund in Bildungseinrichtungen.
  • Ausbau des Sexualkundeunterrichts.
  • Schaffung von speziellen Aufgabenfeldern für Schüler*innen und Studierende mit Anerkennung innerhalb der Lehr- oder Studienpläne – z. B. für soziale Gerechtigkeit oder Biodiversität.
  • Schulung von Lehrkräften im Bereich «Digitalisierung» durch Fachpersonen.
  • Weiterführung von Unterstützungsangeboten für Lernende mit Dys-, Autismus- oder neurodivergenten Profilen in der Sekundarstufe II und an Hochschulen.
  • Aufbau einer Referenzplattform für lokale Handwerksbetriebe, die nachhaltiges und bezahlbares Schulmaterial anbieten.

Umsetzungsvorschläge auf Gemeindeebene

  • Ausbau der (vor-)schulischen ausserfamiliären Betreuungseinrichtungen und Aufwertung der Berufe in der Kinderbetreuung.
  • Stärkung der Schulleitungen zur Reduktion von „Elterntaxis“ und zur besseren Bewältigung anspruchsvoller Elterngespräche.
  • Einführung innovativer und partizipativer Projekte im Bereich ausserschulischer Aktivitäten für Jugendliche.
  • Einrichtung zweisprachiger Klassen, prioritär in Gemeinden an der Sprachgrenze.
  • Förderung und Ausbau von generationenübergreifenden Projekten im obligatorischen Schulwesen.
  • Förderung von Waldschulen und schulischen Aktivitäten in der Natur.
  • Förderung von Ferienpass-Angeboten für Kinder und Jugendliche.