Herausforderungen

Umwelt- und gesellschaftliche Faktoren wie der Klimawandel, verschiedene Formen der Umweltverschmutzung, Lärm, der Verlust der Biodiversität und soziale Isolation haben einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit der Bevölkerung. Die damit verbundenen Herausforderungen sind vielfältig und komplex und erfordern einen systemischen Ansatz. Gleichzeitig steht das Schweizer Gesundheitssystem vor grossen Herausforderungen: eine alternde Bevölkerung, der Mangel an Pflegepersonal und strukturelle Finanzierungslücken. Diese Probleme werden durch die rasante Entwicklung teurer Medizinaltechnologien in einem liberalisierten Markt verschärft, deren gesundheitlicher Nutzen oft marginal ist. Das aktuelle System ist nicht nachhaltig, verursacht hohe Kosten, sein gesundheitlicher Nutzen ist schwer messbar und es trägt mit 6–8 % erheblich zu den CO₂-Emissionen bei.

Das Gesundheitssystem ist extrem teuer, und ein grosser Teil der Kosten wird direkt von der Bevölkerung getragen – ebenso wie die steigenden Lebenshaltungskosten. Selbst in einem wohlhabenden Land wie der Schweiz leben über eine Million Menschen in Armut oder sind davon bedroht. Die monatlichen Ausgaben steigen durch höhere Krankenkassenprämien, Mieten und Lebensmittelpreise, während Löhne, AHV-Renten und Sozialhilfe stagnieren oder schwer zugänglich sind. Gleichzeitig verschlechtern sich Gesundheitsindikatoren – etwa im Bereich der psychischen Gesundheit. Diese Belastungen führen oft zu Überschuldung, Angstzuständen, Depressionen und Wohnungsnot.

Vision

Das sozialmedizinische System des Kantons Freiburg wird widerstandsfähiger, nachhaltiger und gerechter. Ziel ist es, die Gesundheit der gesamten Bevölkerung durch einen Ansatz im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu fördern. Dafür muss das System auf eine starke gemeinschaftsorientierte Gesundheitsversorgung ausgerichtet werden, die Prävention, Förderung der körperlichen, psychischen und sozialen Gesundheit, lokale sozialmedizinische Integration und Hausarztmedizin umfasst. Innovative und inklusive Formen der Gesundheitsförderung für junge Generationen sowie der Betreuung von älteren und beeinträchtigten Menschen werden bereitgestellt.

Die GRÜNEN setzen sich für eine Gesellschaft ein, in der alle Menschen ein gutes Leben führen können – ohne materielle Sorgen und mit umfassender sozialer Absicherung. Jede Person soll eine sinnstiftende Arbeit ausüben können, die ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten entspricht, und im Bedarfsfall durch die Gemeinschaft abgesichert sein. Produktivitätsgewinne sollen gerecht verteilt werden – etwa durch eine generelle Arbeitszeitverkürzung oder eine Anhebung der Niedriglöhne.

Umsetzungsvorschläge auf kantonaler Ebene

  • Förderung der Schaffung von regionalen Gesundheitszentren, die soziale und medizinische Angebote integrieren.

  • Stärkung der Hausarztmedizin.

  • Förderung der interdisziplinären Zusammenarbeit in allen Gesundheitsbereichen.

  • Sicherstellung eines gerechten Zugangs zur Gesundheitsversorgung für die gesamte Bevölkerung unter Berücksichtigung regionaler und sprachlicher Unterschiede.

  • Förderung innovativer Finanzierungsmodelle im Gesundheitswesen.

  • Erhöhung des Anteils der Gesundheitsausgaben für Prävention und Gesundheitsförderung, insbesondere für Kinder, Jugendliche und Menschen mit Migrationshintergrund.

  • Förderung struktureller Massnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, z. B. Verbot von Werbung für gesundheitsschädliche Produkte (Tabak, Fleischprodukte, stark zuckerhaltige Getränke usw.).

  • Förderung gesunder und nachhaltiger Ernährung sowie aktiver Mobilität.

  • Neuausrichtung der Aufgaben von Spitälern auf spezialisierte und gezielte Leistungen mit nachweisbarem Gesundheitsnutzen (sekundäre und tertiäre Versorgung).

  • Verbesserung der Ausbildung und Attraktivität von Gesundheitsberufen.

  • Anpassung und Systematisierung von Unterstützungsdiensten für hilfsbedürftige Personen (Spitex, sozialmedizinische Unterstützung, mobile Dienste).

  • Einführung von Aus- und Weiterbildungsangeboten zu Fragen der Diskriminierung, Gender-Biases und spezifischen Bedürfnissen von rassifizierten und LGBTQIA+-Personen in der Pflege.

  • Ausbau und Anpassung von Strukturen für Menschen mit Beeinträchtigungen (z. B. angepasste Arbeitsplätze, vielfältige Wohnformen).

  • Aufbau eines solidarischen Systems zur Bekämpfung der Isolation älterer und vulnerabler Menschen.

  • Abschaffung der Rückzahlungspflicht für Sozialhilfe.

  • Entwicklung einer kantonalen Strategie für die Pflege älterer Menschen und für einen harmonischen Übertritt in Pflegeeinrichtungen.

  • Überarbeitung der kantonalen Strategie für psychische Gesundheit und Psychiatrie zur Verbesserung der koordinierten Versorgung (Schnittstelle ambulant – stationär).

Mesures spécifiques au niveau communal

  • Dezentralisierung des Gesundheitssystems durch den Aufbau von Gesundheitszentren in Ortskernen.

  • Anpassung der kommunalen Reglemente zur Förderung der Integration von sozial und gesundheitlich benachteiligten Personen.