Für eine nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung
Herausforderung
Die Freiburger Landwirtschaft ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Kantons – aber auch der grösste Verursacher von Treibhausgasemissionen. Besonders die Tierhaltung stellt eine grosse Herausforderung für die Erreichung der Klimaziele dar. Unter dem Druck eines produktivistischen Agrarsystems haben Pestizide, Überdüngung und intensive Tierhaltung die Landwirt*innen in eine Sackgasse geführt. Die globale Klimakrise, übermässige Stickstoff- und Phosphoremissionen sowie der Rückgang der Biodiversität bedrohen die landwirtschaftliche Produktionsgrundlage und erfordern rasche und entschlossene Antworten.
Vision
Die GRÜNEN Freiburg setzen sich für eine nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung ein und lehnen es ab, Landwirtschaft und Ökologie gegeneinander auszuspielen. Das agroindustrielle System, das sowohl die Landwirt*innen als auch die Natur ausbeutet, muss grundlegend verändert werden. Um den Landwirt*innen eine Perspektive zu bieten und den landwirtschaftlichen Angestellten faire Arbeitsbedingungen und Löhne zu garantieren, braucht es eine bessere soziale Absicherung – insbesondere für Landwirtinnen – sowie einen stärkeren Schutz vor unfairer Importkonkurrenz. Die Ackerflächen des Kantons sollen in erster Linie Nahrungsmittel für die Bevölkerung produzieren und nicht, wie derzeit bei fast 60 % der Flächen, Futtermittel für Tiere. Nachhaltige Ernährung ist gesunde Ernährung. Das Wissen darüber muss in Schulen und Ausbildungsstätten vermittelt werden. Gesunde und nachhaltig produzierte Lebensmittel müssen für alle erschwinglich sein. Ebenso wichtig ist die Reduktion von Lebensmittelverschwendung – zur Senkung der Kosten und zum Schutz der Umwelt.
Umsetzungsvorschläge auf kantonaler Ebene
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Förderung einer ressourcenschonenden, solidarischen und pflanzenbasierten Landwirtschaftsproduktion und -vermarktung.
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Verbesserung der Sichtbarkeit und Anerkennung nachhaltiger Produkte – insbesondere in Schulkantinen und bei offiziellen Anlässen des Kantons.
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Mitgestaltung der landwirtschaftlichen Ausbildung in Richtung nachhaltige und biologische Landwirtschaft, z. B. durch Ausbau der Bio-Schulbauernhof-Initiative in Sorens.
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Stärkung regionaler Märkte mit saisonalen Produkten und Direktverkauf – gut für Umwelt, Klima und die Einkommen von Produzent*innen und Konsument*innen.
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Erleichterter Zugang zu landwirtschaftlichen Berufen und Betrieben für Menschen, die nicht aus Bauernfamilien stammen.
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Unterstützung neuer Arbeitsformen wie landwirtschaftliche Genossenschaften oder solidarische Landwirtschaft.
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Verbesserung der sozialen Absicherung von Landwirtinnen.
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Einführung eines sozialen Ernährungssicherungssystems, das allen Menschen den Zugang zu gesunder und angemessener Nahrung garantiert.
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Investitionen in die Agrarforschung zur Entwicklung klimafreundlicher, umwelt- und tiergerechter Produktionsmethoden – mit Fokus auf robuste und ökologische Sorten.
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Verbesserung der Haltungsbedingungen und des Tierschutzes.
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Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Produktion über den Vertrieb bis zum Konsum – durch Bildung, Information und Sensibilisierung.
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Einführung einer Strategie zur Reduktion des Fleischkonsums.
Umsetzungsvorschläge auf Gemeindeebene
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Subventionen zur Förderung der Vertragslandwirtschaft in der Region, insbesondere für lokale und biologische Gemüseabos.
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Einbindung der Landwirt*innen in die Entwicklung kommunaler Massnahmen, insbesondere bei Infrastrukturprojekten im Bereich Mobilität.
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Einfordern einer pflanzlichen und lokalen Ernährung in Kindertagesstätten, Schulen und anderen öffentlichen Verpflegungseinrichtungen.
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Vorbildliche Nutzung kommunaler landwirtschaftlicher Flächen im Hinblick auf Nachhaltigkeit.