Herausforderung

Der Klimawandel ist eine alarmierende Realität, und die Schweiz ist besonders betroffen – mit einer Erwärmung, die doppelt so schnell voranschreitet wie im globalen Durchschnitt. In Freiburg verschärfen direkte und indirekte Emissionen, insbesondere durch Mobilität und Bautätigkeit, die Situation zusätzlich. Die Energiewende ist daher eine dringende Notwendigkeit. Die Abhängigkeit von fossilen und nuklearen Energien – Quellen geopolitischer Konflikte und Umweltverschmutzung – muss reduziert werden. Als technologisch fortschrittliches und wohlhabendes Land trägt die Schweiz die Verantwortung, mit gutem Beispiel voranzugehen und möglichst rasch Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Dies erfordert Energieeinsparungen, den Umstieg auf emissionsarme Antriebslösungen, den raschen Ausbau erneuerbarer Energien – insbesondere Solar- und Windkraft. Die Lösungen sind bekannt: Gebäude sanieren, sanfte und geteilte Mobilität fördern, Energieeffizienz stärken, Genügsamkeit unterstützen. Jetzt gilt es, sie rasch umzusetzen – mit Investitionen über einen Klimafonds. Die sauberste Energie bleibt überdies jene, die wir nicht verbrauchen.

Vision

Die GRÜNEN Freiburg setzen sich für eine kohärente, ambitionierte und gerechte Klima- und Energiepolitik ein. Der Klimawandel verlangt eine klare Richtung. Der Kanton muss die selbst gesetzten Ziele, auch wenn sie minimal sind, zwingend erreichen: seine Treibhausgasemissionen bis 2030 halbieren (im Vergleich zu 1990) und das Ziel der Netto-Null-Emissionen spätestens bis 2050 – für die kantonale Verwaltung bis 2040 – erreichen. Das zeitliche Ziel der CO2-Neutralität macht zudem keinen Sinn, wenn es nicht mit einem Budget für verbleibende Emissionen verknüpft ist. Der Kanton muss sein CO2-Budget unbedingt veranschlagen und überwachen, um seine Zielsetzungen umzusetzen. Dafür müssen das Energiesystem und die Industrie grundlegend umgestaltet werden: Energieverbrauch senken, Energieeffizienz massiv steigern – insbesondere in den Bereichen Gebäude, Mobilität, Landwirtschaft und Industrie – auf fossile und nukleare Energien verzichten und lokale erneuerbare Energien rasch ausbauen. Energie steht im Zentrum der Klimapolitik. Sie muss sauber, lokal, sparsam genutzt und für alle zugänglich sein. Die kantonale Klimastrategie muss gestärkt werden: Die aktuellen Mittel reichen nicht aus. Die GRÜNEN fordern einen Klimaplan mit ausreichenden Ressourcen, verbindlichen Mechanismen und mutiger politischer Steuerung.

Umsetzungsvorschläge auf kantonaler Ebene

  • Vorrangig ist die kantonale Politik in den Bereichen Landwirtschaft, Mobilität, Bauwesen und Wirtschaftsförderung anzupassen, um sie an den kantonalen Klimazielen auszurichten.

  • Einführung eines kantonalen CO₂-Monitorings (Emissionen und Erfassung) zur Steuerung und Anpassung aller Klimamassnahmen.

  • Steuerliche Anreize für die Dekarbonisierung von Unternehmen und Industrie.

  • Entwicklung von Projekten zur CO₂-Speicherung, insbesondere in Böden und Wäldern.

  • Nutzung des Potenzials erneuerbarer Energien im Kanton zur Deckung von 100 % des Energieverbrauchs bis 2030 – für Staat, Unternehmen und Privatpersonen.

  • Start einer kantonalen Solaroffensive: Installation von Photovoltaik- und Thermalsystemen auf öffentlichen Gebäuden und Förderung auf privaten Gebäuden.

  • Pflicht zur vollständigen Ausstattung geeigneter Dächer von Neubauten mit Solarpanels.

  • Ausbau kombinierter Infrastrukturen zur Abfallverbrennung, Abwasserbehandlung und Kompostierung zur effizienten Wärme- und Stromproduktion.

  • Einführung eines kantonalen Plans zur energetischen Sanierung öffentlicher und privater Gebäude, mit Priorität für kollektives und gemeinnütziges Wohnen (z. B. Sozialwohnungen, Wohnbaugenossenschaften).

  • Keine neuen fossilen Heizsysteme und Beschleunigung von thermischen Sanierungen.

  • Pflicht zum Ersatz von Elektroheizungen bis 2035 und von Öl- und Gasheizungen spätestens 20 Jahre nach Installation.

  • Förderung von Ladestationen für gemeinschaftlich genutzte Elektrofahrzeuge, insbesondere bei Mietwohnungen.

  • Unterstützung gemeinschaftlicher Lösungen zur Reduktion des individuellen Verbrauchs (Fahrzeuge, Elektrogeräte, Unterhaltungselektronik etc.).

  • Festschreibung von maximalen CO₂-Emissionswerten (oder CO₂-Budgets) für Bau und Betrieb von Gebäuden gemäss LCI und SIA-Normen.

  • Förderung von Resilienz und Anpassung an den Klimawandel in der Raumplanung und Ressourcenbewirtschaftung.

  • Kommunikation der vom Klimawandel verursachten Gesundheitskosten und Entwicklung präventiver Massnahmen.

Umsetzungsvorschläge auf Gemeindeebene

  • Allgemeine Einführung des Labels „Energiestadt Gold“ in den Gemeinden.

  • Entwicklung vorbildlicher öffentlicher Gebäude in Bezug auf Klima und Nachhaltigkeit: Erfüllen von Standards wie Minergie-P-ECO oder SNBS (mindestens Gold), mit ökologischen und sozialen Kriterien.

  • Aktive kommunale Bodenpolitik zur Förderung gemeinnütziger Interessen und zur Entkopplung von spekulativen Immobilienmärkten.

  • Förderung und Unterstützung aller lokalen Initiativen im Bereich Handel, Dienstleistungen und Handwerk.